Manuela Müller, Jg. 1966

Manuela Müller

Manuela Müller wurde in Berlin geboren und lebt seit 2009 in Bayreuth in einem Wohnheim der Dr. Loew’schen Einrichtungen. Dort widmet sie viel Zeit ihren „außerirdischen Freunden“.

Mit bunten Stiften zeichnet sie immer neue Variationen skurriler Gestalten, die ihr in nächtlichen (Traum-)Reisen ins Reich der Außerirdischen begegnen. Dazu erfindet sie ebenso skurrile Namen, wie z. B. „außerirdischer verliebter Seestern“, „Enten-Katzen-Butterfly mit Stoßzähnen“, „Löwe-Tintenfisch-Vogel“ u.v.m. Vereinzelt schreibt sie auch in Schulheften kurze Text-Fragmente, oft mit Zeichnungen verbunden, zu ihren Erlebnissen mit den Außerirdischen und den „Erdlingen“ auf.

Die Künstlerin erlebt die Welt der Außerirdischen offenbar als etwas sehr Reales und erklärt ihre Zugehörigkeit zu dieser Welt. Sie selbst sei als „das außerirdische Kind Manu Quark“ von Außerirdischen gezeugt worden. Nachts werde sie von Mama und Papa Quark mit einem Ufo abgeholt und zu ihren außerirdischen Freunden auf den Planeten Melva gebracht. Morgens fliege sie mit dem Ufo zurück in das Reich der Erdlinge.

Mit dem Reichtum ihrer Kreativität und Fantasie erschafft sich Manuela Müller eine eigene Welt, in der sie offensichtlich vieles von dem findet, was sie in der Welt der Erdlinge entbehren muss: Eltern, Freunde, Zugehörigkeit, Orientierung inmitten einer Flut verstörender Wahrnehmungen und vor allem eine Identität, die ihrem Selbsterleben („Ich bin anders“) gerecht wird und bei vielen ihrer Mitmenschen Interesse und Wertschätzung weckt.

Manuela Müller zeichnet mit großer Leidenschaft seit ihrer Kindheit. Dabei hat sie einen ganz eigenen Stil entwickelt, der sich jeglicher Beeinflussung durch Außenstehende (Lehrer, Betreuer oder Therapeuten) konsequent entzogen hat.

Seit 2013 hat sie Kontakt zu der Ateliergemeinschaft Rote Katze, die eine Auswahl ihrer Zeichnungen seitdem jährlich in einem Kalender präsentiert.

2016 wurden Arbeiten von Manuela Müller erstmals in einer externen Ausstellung (Café Samocca, RW21, Bayreuth) gezeigt.

Dr. H. Schulz, 9/2016